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Sonntag, 20. Mai 2012

Tagesbedarf und Lieferanten

Der tägliche Jodbedarf liegt nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei Jugendlichen und Erwachsenen bei 200 mcg. Kinder bis zum 13. Lebensjahr benötigen mit 80 bis 180 mcg etwas weniger. Schwangere und stillende Frauen benötigen mehr (230 bzw. 260 mcg/Tag). Bei älteren Menschen sinkt der Jodbedarf wieder etwas ab.

 

Besonders wichtig ist die ausreichende und leicht erhöhte Jodzufuhr bei schwangeren und stillenden Frauen, da Fötus und Säuglinge davon profitieren. Neuere Studien zeigen, dass Jodmangel bei Neugeborenen in späteren Jahren beispielsweise zu verzögerter Entwicklung bzw. zu Lerndefiziten führen können. Auch in der Pubertät ist die ausreichende Versorgung sehr wichtig, weil der Jodbedarf in der Wachstumsphase erhöht ist. Besonders kritisch ist oft die Jodzufuhr bei strengen Veganern, die in ihrer Ernährung konsequent auf Eier und Milchprodukte verzichten. Auch sie sollten besonders auf die ergänzende Jodzufuhr achten.

 

Viel Jod enthalten vor allem Meeresfische wie Seelachs und Kabeljau, daneben Muscheln, Garnelen und Algen.

Zum Vergleich

100 g Schellfisch

243 mcg Jod

100 g Kabeljau

120 mcg Jod

100 g Hartkäse

63 mcg Jod

100 g Kartoffeln

3,8 mcg Jod.

Jod

Funktion im Körper:
Jod gehört zu den essentiellen Spurenelementen und ist ein wichtiger Baustein für die Bildung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyorin (T3). Der Jodvorrat im menschlichen Körper wird auf 10 bis 30 Milligramm beziffert, wovon rund 80 Prozent in der Schilddrüse gespeichert sind. Die Schilddrüsenhormone T4 und T3 sind daran beteiligt, den Stoffwechsel von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten und sowie die Regulation der Körpertemperatur zu steuern. Sie beeinflussen weiter die körperliche und geistige Entwicklung, Wachstum, Leistungsfähigkeit und Psyche. Jod soll auch als Radikalenfänger antioxidative Funktionen besitzen. Man geht davon aus, dass Jod auf diese Weise auch Einfluss auf Immunsystem, Arteriosklerose und Gefäßerkrankungen nimmt. Neben der Schilddrüse kommt Jod in geringen Mengen in Muskeln, Galle, Hypophyse sowie in den Speicheldrüsen und Augen vor.

Jod wird in der Medizin als Desinfektionsmittel, Schilddrüsenmedikament und als Röntgenkontrollmittel eingesetzt.

Mangel und Überdosierung:
Jodmangel senkt zunächst die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut. Die Schilddrüse wächst daraufhin, um das Defizit zu kompensieren und bildet einen Kropf. Es entsteht ein nicht immer sichtbarer Kropf, der Schluck- und Atembeschwerden auslösen kann. Zu den typischen Symptomen eines ernsteren Jodmangels gehören Gewichtszunahmen, verminderte Leistungsfähigkeit, Unruhe, Ängste, Antriebsschwächen, Schlafstörungen, Depressionen, gestörte Verdauung und erhöhte Kälteempfindlichkeit.

Jod kann nicht selbst vom Körper hergestellt werden und muss deshalb über die Nahrung aufgenommen werden.

Da Deutschland ein Jodmangelgebiet ist, wird der tägiche Jodbedarf nicht über die Ernährung gedeckt. Daher wird der regelmäßige Verzehr von Seefischen und Meerestieren empfohlen. Auch sollte jodiertes Speisesalz verwendet werden. Individuell dosierbare Jodtabletten stellen eine weitere Möglichkeit der Jodergänzung dar.

Eine Überdosierung von Jod führt dagegen zu einer Schilddrüsenüberfunktion.